TXET

Nett sein.

Freundlichkeit wird chronisch unterschätzt. Dass Offenheit und echtes Interesse Akquiseinstrumente sind, war mir so nicht klar. Bis man mich fragte.

Design made in Germany hat 22 Menschen aus Gestaltungsberufen befragt – ich sage das jetzt nicht aus gendersensiblen Gründen so kompliziert, sondern weil es die Sachlage trifft. Ich zum Beispiel bin keine visuelle, sondern eine verbale Gestalterin; ich arbeite mit Sprache.

Das steckt für viele in dem Begriff Designerin nicht drin. (Den ich nicht nur deswegen nicht besonders mag. Und Designer auch nicht, aber das führt hier zu weit.) Als Texter oder Texterin ist man keinesfalls automatisch mitgemeint. Nur kurz: Sprache als zu gestaltender Werkstoff, der zu Inhalten aka Content führt, wird nach wie vor unterschätzt – oder mehr denn je, because Internet? Dabei hat Gretchen McCulloch uns eines Besseren belehrt; Digitalprojekte und stete Informationszufuhr ebenso. Wir merken es doch jeden Tag: Auf die Worte kommt es an. Text wirkt. 

Umso schöner, dass DmiG mich als Texterin in ihre Interviewreihe einbezog! Vielen lieben Dank nochmals an dieser Stelle.

Da Texterinneninterviews und Textkollegenzitate tatsächlich so selten sind in der gesamten (sic) Design-Presse, hier meine Antworten auf die vier in Reihe geschalteten Fragen, mit Links zu den Statements aller befragten Kolleginnen und Kollegen. Es lohnt sich.

Wenn du an ein neues Projekt denkst, auf welchen Teil des Prozesses freust du dich besonders?

Ich freue mich immer auf die Erstbegegnung mit dem Auftraggeber. Darauf, das Team kennenzulernen. Wie sprechen die Beteiligten, was sagen sie, was wollen sie? Die unterschiedlichen Persönlichkeiten interessieren mich, und ihre Perspektiven auf das Projekt – Beweggründe, Befindlichkeiten. In Essenz: ihre Sprache(n) natürlich.

Das ist meine Arbeitsgrundlage, mein Werkstoff, und für mich das Spannendste auf der Welt. Immer. Und wenn dann auch die visuelle Gestaltung gelingt, sprich, mit meinem Part, dem Text, Hand in Hand geht, wird’s super.

Halte dir eine ganz normale Woche vor Augen. Welche Stunden sind dir sehr wichtig?

Stunden, in denen ich meine Ruhe habe. Allein sein, zum Ausgleich für die Intensität von Begegnungen und Eindrücken. Zeithaben für was auch immer: lesen, schreiben, spazieren gehen, Texte auf der Straße finden. Fließen lassen. Bewegung! Sport, klar, aber es können auch Arbeits- oder Erledigungswege sein. Bus, Tram, Bahnfahren in Berlin, und überall zuhören um mich herum, ohne beteiligt zu sein; Wörter und Sätze aufschnappen. Auch das entspannt mich ungemein.

Welchen Ratschlag würdest du deinem jüngeren Ich geben?

Nimm ernst, was dir Spaß macht. Achte darauf, was du gut kannst. Bringe beides in Balance (falls es sich nicht sowieso überschneidet). Und entspann dich! Du bist super, so wie du bist. Gib dir nicht immer so wahnsinnig viel Mühe.

Dein Tipp für eine erfolgreiche Akquise?

1. Zuhören. Sich interessieren.
2. Nett, offen, großzügig sein.
3. Kontakte hemmungslos teilen.

Hier alle Antworten auf Frage 1 zum Prozess, Frage 2 zu deiner Woche, Frage 3 für das jüngere Ich und Frage 4 für die Akquise. Jeweils fünf Antworten pro Frage erschienen zusätzlich in der novum – meine zur Akquise in Ausgabe 10/2019 – danke auch dafür!

Akquisetipps der Texterin in novum 10.19

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